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 Franz "Senta" Lichte - ein Jahrhundert-Fußballer aus Neheim

"Archivar" Franz "Senta" Lichte hinterließ Schatz an Erinnerungen und Anekdoten

Franz "Senta" Lichte - ein großer Fußballer, Trainer und Archivar. Einer der größten Fußballer Neheims und des Sauerlandes war ohne Zweifel Franz, genannt "Senta", Lichte.

Als Fußballer, der kurz vor einem Länderspiel-Einsatz stand, den aber der Zweite Weltkrieg nicht ermöglichte, überragend. Als Trainer sehr erfolgreich - er trainierte eine Zeit lang gleich vier (!) Vereine - hat er sich auch in anderer Hinsicht große Verdienste um den Neheimer, ja Sauerländer Fußball erworben: Er hinterließ ein großes Archiv an Erinnerungen und Anekdoten. Das Archiv ist ein wahrer Schatz, eine wahre Goldgrube. Ein Blick in sein Archiv ist informativ und köstlich zugleich. Es ist ein Stück Fußball-Zeitgeschichte von 1908 bis Mitte der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Eine Chronik der Neheimer Vereine ist ein Glanzlicht.

Über die Jugend 1908 schrieb er beispielsweise: "Die Jugend pflegte das Fußballspiel in urwüchsiger Natürlichkeit." Alle Neheimer Vereine werden erwähnt - teilweise mit Spielergebnissen, Vorständen und Anekdoten. Lichte schrieb über seine Trainingsmethoden, seine Zeit bei Hüsten 09 (1935), seine Zeit als Soldat in Dresden 1944 und die (erfolgreichen) Neheimer Fußballjahre der Nachkriegszeit. Er zeichnete Vereinslieder - nicht nur Neheimer Lieder - auf. Auch die Lieder von Hüsten 09, Freienohl oder Vosswinkel sind aufgeschrieben. In seinem Archiv finden sich auch Mannschaftsaufstellungen und vor allem seine Erinnerungen als Fußballer und Trainer.

Lichte, der auch ein glänzender Leichtathlet und Turner war, erinnerte sich genau an seine ersten Fußball-Schuhe: "Mit 13 bekam ich meine ersten Fußball-Schuhe. Willi Wagemann, ein Spieler aus unserem Straßenklub (die Schuhe passten nicht mehr) war der Verkäufer. Sieben Reichsmark waren der Preis. Durch meine gute Pflege haben die Schuhe drei Jahre ihren Dienst getan." Auf stets geputzte Fußball-Schuhe hat Lichte auch später großen Wert gelegt.

Dass es früher auf den Sportplätzen derb zuging, geht aus seinem Archiv ebenfalls hervor: "Streitigkeiten vor, während oder nach einem Spiel wurden sofort ausgetragen. Nach so einem Ringkampf mit Kaisers Käppe hatte sich dieser einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. Auch Steinbergs Ötte hat von mir auf dem Germanenplatz eine anständige Tracht Prügel bezogen."

Fußball macht hungrig: Auch "Senta" Lichte konnte davon ein Lied singen. "Auf dem Nachhauseweg nach den Spielen kam es gar nicht so genau darauf an, dass wir einigen Gärten Besuche abstatteten und uns im Sommer an Erd- oder Stachelbeeren, im Herbst an Äpfeln, Birnen oder Pflaumen satt aßen oder uns die Taschen füllten."

Auch was die Ernährung eines Fußballers betrifft, wusste Lichte Bescheid. Wasser oder Tee waren während des Trainings und der Spiele verpönt, "um das Herz zu schonen". Das galt natürlich auch für Alkohol. "Vor dem Spiel darf es keinen Alkohol und Sex geben."

Quelle: SC Neheim, Jahrbuch 2005


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