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21.08.2009
Andreas Cloer: "Wir Schützen setzen uns mit Ideen für Neheim ein"

Vorhang auf zum großen Schützenfest: Andreas Cloer erlebt heute seine erste Schützenfest-Eröffnung als Oberst. Der 46-jährige Geschäftsführer des Arnsberger Unternehmens Gebro Herwig lebt mit seiner Frau Michaela und seinen Kindern Alexander (15) und Melina (12) in Neheim. Die WP führte ein Interview mit dem Schützenoberst:
WESTFALENPOST: Wie wichtig ist das Schützenwesen für Neheim?
ANDREAS CLOER: Es klingt immer merkwürdig, wenn man sich selbst für zu bedeutend empfindet. Aber ich halte das Schützenwesen in Neheim für sehr wichtig. Wir als Verein sind mit über 1000 Mitgliedern die älteste Personengemeinschaft in Neheim und blicken auf eine Geschichte bis 1607 zurück. Zudem organisieren wir das größte Schützenfest im Sauerland.
FRAGE: Als einflussreiche und bedeutende Gruppe in Neheim konkurrieren Sie mit den Jägern. Wie ist das Verhältnis zu den Jägern?
CLOER: Wir kooperieren gut. Wir haben ein gemeinschaftliches Ziel - und das ist Neheim. Es ist gut, dass wir uns mit der Organisation des Volksfestes abwechseln. Alle zwei Jahre ist das für den einzelnen Verein zu stemmen. Beide Gruppen sind sich einig, dass wir das Volksfest in dieser Form nicht mehr hätten, wenn es einen von uns beiden nicht gäbe.
FRAGE: Im Vergleich zu anderen Bruderschaften wirken die Neheimer Schützen mit ihren Aktionen recht modern. Was machen sie anders als andere?
CLOER: Es ist ein Spagat, die Tradition in die Moderne umzusetzen. Tradition zu bewahren, heißt, sie in die Moderne zu transportieren. Nur so können wir auch den jungen Menschen zeigen, worum es eigentlich geht. Das gelingt uns nach außen auch durch unser geändertes Erscheinungsbild. Mit unserer Corporate Identity präsentieren wir uns schlicht, aber durchgängig in der Öffentlichkeit. Dabei profitieren wir auch enorm von unserer jungen und starken Marketingabteilung.
FRAGE: Und worum geht es bei den Schützen-Traditionen in Neheim?
CLOER: Grundsätzlich um Glaube, Sitte, Heimat - mit diesen Begriffen kann heute aber keiner was anfangen. Wir wollen Brauchtümer und Traditionen bewahren, die Neheim groß gemacht haben. Schützen wurden einst zur Protektion ihrer Stadt erfunden. Wir setzen uns heute aber nicht mehr mit der Machete für Neheim ein, sondern mit Ideen, Impulsen und Kreativität. Ein guter Traditionsverein schafft es, den Gemeinsinn über die Generationen hinweg zu stärken. Das ist unsere Aufgabe.
FRAGE: Ihr Hofstaat trägt dazu bei?
CLOER: Auf jeden Fall. Er setzt sich aus jungen Leuten zusammen. Aus den Jugendkompanien ziehen wir unseren Nachwuchs heran. Der Hofstaat ist das Bindeglied zur jungen Bevölkerung Neheims. Und deshalb muss der Hofstaat bei uns nicht hofieren, sondern wird hofiert. Das ist ein wichtiges Signal an die Jugend.
FRAGE: Sie sind seit eineinhalb Jahren als verhältnismäßig junger Oberst im Amt. Brauchen Schützen diesen Generationswechsel?
CLOER: Als ich mein Amt antrat, war ich 15 Jahre jünger als der bis dahin jüngste Oberst vor mir. Manchmal hat man es dadurch schwer, manchmal aber auch leichter. Ich spreche noch die Sprache der jungen Leute. Unsere Generation ist damit vertraut, in Teams und in Projekten zu arbeiten. Ich fordere bei uns kritische Stimmen heraus. Im Ehrenamt soll sich schließlich niemand verbiegen müssen.
FRAGE: Was muss am Montagabend passiert sein, damit sie wunschlos glücklich sind?
CLOER: Dann müssen wir ein harmonisches Fest gefeiert haben, bei dem alle Besucher froh gelaunt vier schöne Tage verbracht haben. Mit einem neuen Königspaar wollen wir uns dann in die bevorstehende Jäger-Saison verabschieden.
Quelle: WP-print, 21.08.2009
LINKS zum Thema:
http://www.fest-in-neheim.de/
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