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28.03.2007
Pfarrbüro in Zukunft in der Kirche
 Die katholische Kirchengemeinde St. Michael beschreitet neue Wege. Wie die Gemeindemitglieder gestern Abend auf einer Versammlung erfuhren, soll das Pfarrhaus aufgegeben und das dort befindliche Pfarrbüro in die Kirche verlagert werden.
Vorab hatten Pfarrer Heinrich Oest und Mitglieder des Kirchenvorstands sowie des Pfarrgemeinderats die heimischen Medien über das Vorhaben informiert, das vom Verwaltungsrat des Erzbistums Paderborn zum Pilotprojekt erklärt worden ist.
"Uns drückt der Schuh", berichtete Oest. Und das in mehrfacher Hinsicht. So sind Pfarrhaus und Kirche, zuletzt 1980 aufgefrischt, seit langem renovierungsbedürftig. Andererseits gehen bei der Gemeinde nicht nur die zur Verfügung stehenden Finanzen, sondern auch die Mitgliederzahlen zurück. "Das heißt, wir müssen jetzt sparen, um auch in Zukunft noch Geld für die inhaltliche Arbeit zu haben", erklärte Oest als Leitender Pfarrer des Pastoralverbundes Neheim-Ost.
Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat haben deshalb in enger Abstimmung mit dem Erzbistum ein Konzept für die weitere Gemeindearbeit entwickelt. Sehr entgegen kam ihnen dabei die "Perspektive 2014", in der Erzbischof Hans-Josef Becker die Gemeinden zu einer nachhaltigen Umgestaltung und Sicherung ihrer Arbeit aufgerufen hatte.
Punkt 1: Das Pfarrhaus wird nicht renoviert. Pfarrer Leo Reiners, jetzt im Ruhestand, ist bereits in eine Wohnung im Anton-Schwede-Haus umgezogen. Über die weitere Nutzung des Hauses (Vermietung oder Verkauf) soll später entschieden werden.
Punkt 2: Auf das Pfarrbüro als Verwaltungsmittelpunkt der Gemeinde kann nicht verzichtet werden. Es soll deshalb in die Kirche integriert werden. Vorgesehen ist die bauliche Abtrennung von zwei Räumen im hinteren Teil des Kirchenschiffs, links und rechts des Haupteingangs unterhalb der Orgelbühne. In dem einen Raum soll das Pfarrbüro untergebracht werden, in dem anderen das Büro des Pfarrers.
Wichtig sei, führte Oest weiter aus, dass der Sakralraum in seiner eigentlichen Erscheinung und Funktion unverändert bleibe. Zwar müssten die letzten Bankreihen mit insgesamt etwa 100 Sitzplätzen geopfert werden, erläuterte Detlef Trompeter, der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands, doch könnte das Platzangebot bei Bedarf auch durch Stühle erweitert werden.
Wegen der Bedeutung des Vorhabens hat sich das Erzbistum zu einem Architektenwettbewerb entschlossen. So hofft man, geeignete bauliche Lösungen zu finden.
Innenanstrich und Ausbau der Büros sind aber nicht alles. Der Aufgabenkatalog der St.-Michael-Gemeinde sieht unter anderem auch die Erneuerung der Heizung und der Lautsprecher, die Sanierung der Orgel, die Aufarbeitung der Bänke, die Verbesserung der Beleuchtung und die Sanierung der Krypta vor. Trotz des Umfangs der Arbeiten sollen die Gesamtkosten unter 1 Million Euro liegen.
GESCHICHTLICHES: Ursprung in St. Johannes
Die St.-Michael-Gemeinde ist aus einer 1941 innerhalb der Neheimer St.-Johannes-Gemeinde gebildeten Pfarrvikarie entstanden.
1951 erhielt sie eine eigene Kirche und wurde 1953 selbstständig.
1955 wurde das Pfarrhaus erbaut, 1956 das Pfarrheim, das 1996/97 zum Kindergarten umgestaltet worden ist.
Im Laufe der Zeit bildeten sich die Pfarrbezirke St. Elisabeth im Bereich Moosfelde/Erlenbruch und St. Franziskus im Wohngebiet Müggenberg/Rusch.
Der Pfarrbezirk St. Franziskus wurde 1997 eigenständige Pfarrei.
Zusammen mit der damaligen Familienbildungsstätte wurde das Pfarrheim 2001 im Anton-Schwede-Haus untergebracht.
Seit 2001 bildet die St.-Michael-Gemeinde zusammen mit dem Pfarrbezirk St. Elisabeth und der St.-Franziskus-Gemeinde den Pastoralverbund Neheim-Ost.
Quelle: WP-online, 28.03.2007
LINKS zum Thema:
http://www.sankt-michael-neheim.com/
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