|
|
13.01.2006
Die helfenden Engel im Kampf ums Überleben

Den Notärzten in Deutschland ist Arnsberg ein Begriff: Jeder dritte von ihnen wird hier ausgebildet. An der 1991 gegründeten Akademie für Notfallmedizin im Ortsteil Neheim. Initiator und Leiter ist Dr. Dietmar Wetzchewald. In den 15 Jahren des Bestehens hat sich das Institut nicht nur bundesweit zu einer renommierten Adresse entwickelt, sondern auch zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Stadt.
"Das Institut ist ein Selbstläufer geworden", freut sich Wetzchewald über den Erfolg seiner Idee. Und dabei hat sich das Unternehmen in einem immer härter werdenden Verdrängungswettbewerb am Markt positioniert. Ohne große Werbung in den Fachzeitschriften - nur durch Mundpropaganda. Mit anderen Worten: Die von der Qualität der Ausbildung überzeugten Seminarteilnehmer geben entsprechende Empfehlungen an ihre Kollegen weiter. Und das mittlerweile auch in Österreich und der Schweiz. Ein Zeugnis, wie es für ein Institut besser nicht sein könnte.
Gerade die Qualität der Ausbildung ist es, die Wetzchewald, dem Facharzt für Innere Medizin, der auch als Dozent an der Privatuniversität Witten/Herdecke tätig ist, besonders am Herzen liegt. Dies schlägt sich u.a. in Wetzchewalds permanentem Bemühen um hochkararätige Referenten nieder. Deren Liste liest sich wie das "Who is Who" der deutschen Medizin.
Doch nicht nur in der Theorie, auch in der praktischen Ausbildung der angehenden Notfallmediziner sucht Dr. Dietmar Wetzchewald nach neuen Wegen, um den Teilnehmern den aktuellsten Wissensstand zu vermitteln. Modernste Simulatoren, neueste Technik, Konferenzen zur Nachbereitung via Internet - "es sind eben sehr viele Mosaiksteinchen erforderlichen, um die Kurse attraktiv zu machen", erklärt der Institutschef. Früher, erinnert er sich, habe jeder Arzt Dienst in einem Notarztwagen machen können. "Zum Glück gibt es da heute gewisse Standards, die natürlich auch die Qualität verbessert haben."
So muss ein Notarzt laut Rettungsdienstgesetz zwei Jahre Berufspraxis an einer Klinik nachweisen können, außerdem drei Monate Dienst im intensivmedizinischen Bereich, einen 84-stündigen Ausbildungskurs, der mit einer Prüfung vor der Ärztekammer abgeschlossen wird, und darüber hinaus ein "Praktikum", das 50 Einsätze mit dem Rettungswagen beinhaltet. "Erst dann ist er wirklich Notarzt", erklärt Wetzchewald.
Der Neheimer hätte für sein Institut auch jeden anderen Standort wählen können. Doch Priorität hatte für ihn seine Heimatstadt. Und diese Wahl, zeigt er sich begeistert, habe sich als absolut richtig erwiesen. Denn spätestens seit der Eröffnung des "Kaiserhauses", wo Wetzchewald seine Veranstaltungen inzwischen anbietet, seien die Bedingungen optimal. "Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist hervorragend und wir haben den Eindruck, dass unsere Sache seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Vogel maximal gefördert wird."
Optimal: "Kaiserhaus"
Klar, schließlich profitiert Arnsberg von seinen Kursen ebenso. Seit 1992 kommen jährlich rund 1 000 Seminarteilnehmer für mehrere Tage in die Stadt, viele von ihnen bleiben über Nacht, benötigen also ein Hotelzimmer, gehen Essen, kaufen in Neheim ein oder tanken ihr Auto voll - ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor.
Und demnächst könnte der sogar noch wachsen. Ab März werden in Neheim auch Kurse für leitende Notärzte angeboten, Mediziner, die bei Katastrophen oder ähnlich großen Einsätzen gebraucht werden. "So wie jetzt in Bad Reichenhall zum Beispiel", erläutert Wetzchewald und lobt die Bayern für ihre Vorreiterrolle bei der Notärztlichen Versorgung. "Die waren die ersten, die die Notwendigkeit eines solchen Systems erkannt haben und es stetig weiter entwickeln."
Eine Aufgabe, die sich auch der Neheimer auf die Fahnen geschrieben hat, damit die Notärzte in Deutschland - was die Qualität ihrer Arbeit angeht - europaweit ganz oben rangieren können. Und der Name Arnsberg hier stets einen besonders guten Klang hat.
Quelle: WP-online, 13.01.2006
LINKS zum Thema:
http://www.aim-arnsberg.de/
|
|
|