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 22.04.2005

Riesenauftrag aus München für Neheimer Linux-Spezialisten

Bei Gonicus richtet man sich schon auf das München-Projekt ein. Stehend Geschäftsführer Alfred Schröder. (WR-Bild: Welke)"Ein Meilenstein", schwärmt Alfred Schröder, Geschäftsführer des Software-Dienstleisters Gonicus. Der Grund: In Bietergemeinschaft mit einer Münchener Firma hat Gonicus von der bayerischen Landeshauptstadt den Auftrag erhalten, die 14000 Computerarbeitsplätze der Stadtverwaltung auf das freie Betriebssystem Linux umzustellen.

"Darauf haben wir dann erst einmal einige Flaschen Sekt und natürlich auch Weißbier geköpft", berichtet Schröder. Er und seine Mitarbeiter haben allen Grund dazu. "Das ist nicht nur unser größter Auftrag bisher, sondern auch das bisher größte Linux-Projekt weltweit." Deshalb schaue jetzt sozusagen die ganze Welt mit großem Interesse nach München und natürlich auch nach Arnsberg, wo in der 2. Etage des ehemaligen Dreiblitzhauses in der Möhnestraße daran gearbeitet wird. "Wir haben bereits viele Anfragen, unter anderem aus den USA, aus Kanada und China. Und es kommen auch Bewerbungen von Arbeitslosen, die sich nun eine Chance ausrechnen, bei uns einen Arbeitsplatz zu bekommen."

LiMux-Logo © muenchen.deEiner sei bereits im Zusammenhang mit dem Projekt, das die Stadtverwaltung München "LiMux" getauft hat, geschaffen worden, sagt Schröder. Ein Langzeitarbeitsloser vergrößere jetzt das Team der bisher 15 Mitarbeiter. Ob weitere Arbeitsplätze folgen, werde sich im Laufe des Projekts ergeben. Wegen der Größe des Vorhabens beträgt der Zeitrahmen, in dem es abgewickelt wird, vier Jahre.

"Viele würden es natürlich gern sehen, wenn es nicht klappt", meint Schröder. Doch den Gefallen wollen er und seine Mitarbeiter den unterlegenen Mitbewerbern - darunter Großkonzerne wie Siemens und die Deutsche Telekom - nicht tun. Mehr als 50 Bieter hatten sich an der Ausschreibung beteiligt. "Letztendlich hat der Anbieter mit dem für die Landeshauptstadt München besten Verhältnis von fachlicher Kompetenz und Preis den Zuschlag erhalten", heißt es dazu in einer Mitteilung der Münchener Stadtverwaltung.

Ein Auftrag in dieser Größenordnung sichere nicht nur auf lange Zeit das Geschäft, meint Schröder, er sei wegen des großen Prestigewertes auch die Grundlage für den weiteren Ausbau des Geschäfts.

Das weltweit bisher größte Linux-Projekt
Gonicus-Logo ©gonicus.deGemeinsam mit der vor Ort tätigen Firma Softcon wird Gonicus nun in München die sogenannte Migration vom Betriebssystem Windows NT zu Debian GNU/Linux mit einer großen Zahl von Anpassungen an die Bedürfnisse der dortigen Stadtverwaltung vornehmen.

Auch bei der Arnsberger Stadtverwaltung ist bereits über einen solchen Schritt nachgedacht worden. Dort wären es gerade einmal 500 Arbeitsplätze, die umgerüstet werden müssten. Etwas größer war da schon der Auftrag des Pforzheimer Versandhauses Klingel, bei dem Gonicus gemeinsam mit IBM Deutschland kürzlich 800 Linux-Desktops eingerichtet hat. Für örtliche Firmen wie Desch und Berndes sind die Neheimer bereits im Ausland tätig geworden. "Ansonsten", sagt Schröder, "arbeiten wir viel bei Behörden in Berlin."

Quelle: WR-online, 22.04.2005


LINKS zum Thema:
http://www.gonicus.de
http://www.muenchen.de - "Partner für den zukünftigen linuxbasierten Basis-Client steht fest"

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