10.-12.08.1957
350 Jahre Schützenbruderschaft St. Johannes Baptist Neheim - Königspaar Hans-Josef & Agnes Krause

Das zehnte Schützenjahr nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges war von außerordentlichen Aktivitäten geprägt. So wurde die Schützenbruderschaft Sankt Johannes Baptist 1957 Mitglied im Sauerländer Schützenbund (SSB), und die Feier ihres 350-jährigen Bestehens, verbunden mit dem Diözesanschützentag, stand bevor.
 Der Vorstand im Jahr 1957
Viele Sitzungen des Vorstandes und der Kommissionen waren notwendig, um das große Fest vorzubereiten. Ein Festbuch musste erstellt (verkauft wurden 854 Festbücher zum Stückpreis von 1,50 DM), Quartiere für die auswärtigen Gäste gebucht werden und eine neue Fahne wurde angeschafft. Die Pfarrei Sankt Johannes Baptist erhielt als Geschenk einen Chormantel und ein Segens-Velum, das ebenfalls ausgesucht und beschafft werden musste.
 Fahne von 1957
Das 350-jährige Jubiläum
Ein Markstein in der Geschichte der Bruderschaft war die Feier ihres 350-jährigen Bestehens, die vom 10. - 12. August 1957 stattfand. Anlässlich dieses Jubiläums wurde in der gleichen Woche der 1. Diözesanschützentag der Erzdiözese Paderborn ausgerichtet. Die Besonderheit lag darin, dass sich hier zum ersten Mal die beiden großen Schützenverbände, der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften und der Sauerländer Schützenbund, zur Ausrichtung auf die gemeinsame Zielrichtung ihres Leitwortes "Glaube, Sitte, Heimat" zusammenfanden. Die Bedeutung dieses Treffens unterstrich die Teilnahme des Paderborner Erzbischofs Dr. Lorenz Jaeger und des damaligen Paderborner Weihbischofs Dr. Franz Hengsbach.
Am Samstag, dem 10. August, wurde den Delegierten im großen Saal des Neheimer Kolpinghauses in zwei Vorträgen das geistige Rüstzeug für die Aufgaben der Schützen in der heutigen Zeit vermittelt.
Erster Höhepunkt des Jubelfestes war jedoch der Eröffnungsabend am selben Tag in den Festzelten an der Möhne. Nach verschiedenen Grußworten überreichte Bürgermeister Bernhard Vogel dem Schützenhauptmann Franz Heimann eine große silberne Plakette für die Königskette. Auf ihr sind das Stadtwappen und das Symbol der Heiligen Dreifaltigkeit, wie sie auch auf der zum Jubiläum angeschafften Schützenfahne künstlerisch dargestellt ist, abgebildet. In seinem Festvortrag interpretierte Prof. Hirschmann SJ das Leitwort der Schützen für die damalige Zeit. Ein festliches Konzert der Neheim-Hüstener Stadtkapelle und zwei Massenchöre mit 350 Neheimer Sängern boten den Rahmen dieses Jubiläumsabends, der mit dem Großen Zapfenstreich beendet wurde.
Am Sonntag, dem 11. August, wurde ein feierliches Pontifikalamt - Zelebrant war Weihbischof Dr. Hengsbach - gehalten, um Gottes Segen zur Erfüllung der bevorstehenden Aufgaben zu erbitten.
 1957 - Gastvereine im Jubiläumsfestzug
Am Nachmittag fand der große Festzug mit ca. 5.000 Schützen aus allen Teilen des Bistums und mit der Bundeswehr-Kapelle statt, zu dessen Abschluss der Erzbischof zu den Teilnehmern des Diözesantages sprach.
 1957 - Vierspännige Königskutsche
Die Tage waren Ausdruck der geistigen Geschlossenheit und Einheit des Schützenwesens innerhalb des Paderborner Bistums und gaben allen, die an den Veranstaltungen teilnahmen, neue Anregungen für das Leben in ihren Bruderschaften und Vereinen.
 1957 - Mitglieder der Ehrengarde begleiten Jubelkönig
Seit dem großen Schützentreffen war Erzbischof Dr. Lorenz Jaeger Ehrenvorstandsmitglied der Neheimer Bruderschaft. In dieser Position nahm er regen Anteil am Leben de Bruderschaft und sprach zum Schützenfest regelmäßig ein längeres Grußwort. 1965 ernannte Papst Paul VI. den Erzbischof zum Kardinal. Er starb am 1. April 1975.
 1957 - Festzug in der Apothekerstraße
Der letzte Festtag, Montag, der 12. August, begann mit einem Hochamt für die Lebenden und Verstorbenen der Bruderschaft, das Präses Pfarrer Hellmann zelebrierte. Seiner Predigt legte er das Thema "Die Fahne - Künderin unserer Ideale" zu Grunde
Unter der Vogelstange an der Möhne wurde anschließend der Schützenkönig ermittelt Der junge Schützenbruder Hans Krause holte den letzten Rest des Vogels von der Stange. Anschließend wurde dem scheidenden Königspaar Adelheid und Wilhelm Post im Festzelt für die würdige Repräsentation der Bruderschaft gedankt.
 1957 - Hans Krause wird zum König proklamiert
Franz Beckschäfer erhielt eine besondere Ehrung, war er doch vor fünfzig Jahren Schützenkönig der Bruderschaft gewesen und somit Jubelkönig, sogenannter "Goldkönig".
 1957 - "Volle Hütte" bei der Königsproklamation
König Hans Krause erkor sich Agnes Wrede, seine spätere Frau, als Mitregentin. Unter den Klängen der Bundeswehr-Kapelle, die bereits zum Frühkonzert angetreten war, nahm Hauptmann Franz Heimann die Königsproklamation mit folgenden Worten vor.
"Hans Krause von der Apothekerstraße ist mit 22 Jahren einer der Jüngsten aus den Schützenreihen und Spross einer alten, hochangesehenen Neheimer Familie. Auch Franz Beckschäfer, der Jubelkönig von 1907, ist im gleichen Alter gewesen. So hat Hans Krause ebenfalls die Aussicht, nach fünfzig Jahren die goldene Königswürde zu tragen."
Quelle: Theo Schröder
LINKS zum Thema:
http://www.schuetzenbruderschaft-neheim.de/
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